A n n a   N e t r e b k o ,   E l i n a   G a r a n c a ,   P l a c i d o   D o m i n g o ,   L e o   N u c c i   u n d   v i e l e   a n d e r e   b e r ü h m t e   O p e r n s t a r s   d e r   W i e n e r   S t a a t s o p e r   h e l f e n   b l i n d e n   ö s t e r r e i c h i s c h e n   K i n d e r n                       A n n a   N e t r e b k o ,   E l i n a   G a r a n c a ,   P l a c i d o   D o m i n g o ,   L e o   N u c c i   u n d   v i e l e   a n d e r e   b e r ü h m t e   O p e r n s t a r s   d e r   W i e n e r   S t a a t s o p e r   h e l f e n   b l i n d e n   ö s t e r r e i c h i s c h e n   K i n d e r n                       A n n a   N e t r e b k o ,   E l i n a   G a r a n c a ,   P l a c i d o   D o m i n g o ,   L e o   N u c c i   u n d   v i e l e   a n d e r e b e r ü h m t e   O p e r n s t a r s   d e r   W i e n e r   S t a a t s o p e r     h e l f e n   b l i n d e n   ö s t e r r e i c h i s c h e n   K i n d e r n                      

Sehbehinderung und Blindheit im Kindesalter

Vergrößerung eines Bildes mit einem „Lesestein“ (Lupe)
Vergrößerung eines Bildes mit einem „Lesestein“ (Lupe)

Unter dem Begriff Sehbehinderung versteht man heutzutage nicht nur den Verlust oder eine hochgradige Abnahme der Sehleistung, eine Einschränkung des Gesichtsfeldes oder Blindheit im gesetzlichen Sinne. Zusätzlich müssen auch zerebrale und neurologische Störungen, die zu einer Sehbehinderung führen, wie zum Beispiel Augenbewegungsstörungen, und auch psychosomatische Ursachen berücksichtigt werden.

In Industrieländern ist der häufigste Grund einer Sehbehinderung im Kindesalter eine angeborene Sehstörung und weniger eine erworbene Abnahme des Sehvermögens. Die Anzahl der Sehbehinderungen, die von einer organischen Augenerkrankung oder –unterentwicklung herrühren, hat in den vergangenen Jahren abgenommen. Die Anzahl der neurologisch bedingten Sehbehinderungen hingegen, bei denen das Auge als Organ an sich gesund ist, ist in letzter Zeit stark gestiegen.

Was tun nach der Diagnose "Sehbehinderung"?

Eltern eines Kindes mit einer derart niederschmetternden Tatsache zu konfrontieren, ist für den Arzt eine sehr schwierige Aufgabe und erfordert viel Feingefühl und Empathie. Es ist besonders wichtig, auf die Gefühle und Ängste des Kindes wie auch der Eltern Rücksicht zu nehmen, beide Parteien zur weiteren Therapie und Betreuung durch den Facharzt und weitere Hilfsinstitutionen zu ermutigen.

Welche Betreuungs- und Förderungsmöglichkeiten gibt es?

Einen sehr wichtigen Teil, wenn nicht sogar den wichtigsten in der Betreuung eines sehbehinderten oder gar blinden Kindes übernehmen natürlich beide Eltern. Mutter und Vater übernehmen den Hauptteil der Betreuungsarbeit und müssen daher unbedingt als aktive Teilnehmer in die Förderung ihres betroffenen Kindes mit eingeschlossen werden. Da sehbehinderte und blinde Kinder viele Dinge nicht so selbständig, so schnell und so „automatisch“ erlernen wie „gesunde“ Kinder, müssen sie in einem gesunden Ausmaß nicht nur gefördert, sondern auch gefordert werden. Zu großes Mitleid und überschwängliche Behütung sind hier in den meisten Fällen fehl am Platz. Sehbehinderte Kinder mögen in ihrer Entwicklung manchmal etwas träger und ungeduldiger sein als sehende Kinder, wohl deshalb, weil sie sich eines Großteils ihrer Umgebung gar nicht bewusst sind. Gerade für Eltern und Betreuer ist es daher wichtig, viele Dinge an die betroffenen Kinder heranzutragen, um ihre Neugier und Initiative für neue Erfahrungen zu wecken. Dazu gehört für die Eltern auch, die Körpersprache von Sehbehinderten und Blinden verstehen und richtig interpretieren zu lernen, da sich diese von Sehenden in vielen Situationen unterscheiden kann. 

Frühförderung eines sehbehinderten Kindes und Training lebenspraktischer Fähigkeiten
Frühförderung eines sehbehinderten Kindes und Training lebenspraktischer Fähigkeiten

Je früher in der Kindheit Sehbehinderte dazu ermuntert werden, ihr (verbliebenes) Augenlicht zu gebrauchen und zu fördern, umso größer ist in vielen Fällen die Wahrscheinlichkeit, dass das Kind später ein brauchbares Sehen entwickeln kann. Denn obwohl „Sehen und Wahrnehmen lernen“ eine lebenslanger Prozess ist, werden die Grundsteine dafür schon in der frühen Kindheit gelegt...sprichwörtlich ausgedrückt: „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr!“

Professionelle Hilfe in der Betreuung und Förderung sehbehinderter
und blinder Kinder bieten zahlreiche Sehschulen, mobile Frühförderungsstellen, Selbsthilfegruppen, Vereine und sonder-pädagogische Einrichtungen in ganz Österreich. Durch eine fachmännische Unterstützung in Rahmen der Therapie und des Erlernens lebenspraktischer Fähigkeiten kann vielen Sehbehinderten und Blinden ein Eingliedern in das Gesellschaftsleben, wie auch das Ergreifen eines Berufes im Sinne eines weitgehend „normalen“ Lebens ermöglicht werden.

Hilfsmittel wie zum Beispiel vergrößernde Sehhilfen, Lesecomputer, die Blindenschrift (Braille), akustische Ampeln, Stufenmarkierungen, Orientierungs- & Mobilitätstraining, Blindenhunde, die Anschaffung technischer Hilfsgeräte für den Haushalt, Trainer zum Erlernen lebenspraktischer Fähigkeiten, und vor allem die mobile Frühförderung im Kleinkindesalter können dazu beitragen, dass Sehbehinderte und Blinde ihr Leben so selbständig wie möglich führen können.